|
|
Katholische Kirchgemeinde Libingen
|
Libingen war seit alters her teil der Grosspfarrei Mosnang. Nur einige Höfe im nordöstlichen Bereich des Dietfurterbachs gehörten kirchlich zu Bütschwil (Mettlen, Hofen, Diezenwil, Diezenberg, Chratztobel und Chapf). Bis zur Reformation soll in Libingen eine Kapelle gestanden haben. Näheres ist nicht bekannt. Hingegen befand sich am alten Saumpfad ins hintere Tösstal über den Chamm eine Helenakapelle, an dessen Stelle seit 1950 ein Kreuz steht.
Der lange und beschwerliche Weg vom Libinger Gebirge nach Mosnang rief den Wunsch nach einer eigenen Pfarrkirche wach. Das wenig später in Mühlrüti so heikle Geschäft der Abkurung ging hier problemlos vor sich. 1750 wurde Libingen von Mosnang abgelöst und dem Kloster St. Gallen unterstellt. Die offizielle Gründungsurkunde wurde allerdings erst am 26. Dezember 1759 von Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach unterzeichnet.
|

|
Der erste Pfarrer war Josef Helg (1710-1787), zuvor Kaplan in Mosnang. Für den Bau einer Pfarrkirche konnte er auf viele Wohltäter zählen. Als Bauplatz diente ein Grundstück von Nikolaus Breitenmoser, dessen Wohnhaus zur Anlegung des Friedhofes verschoben werden musste. 1751 wurde der Bau in Angriff genommen und noch im gleichen Jahr fertig gestellt. Helg konnte bereits am 16. Oktober die erste Messe feiern. Die Gesamtlänge der Pfarrkirche beträgt 24,3m und sie ist 11,4m breit.
Das Pfarrhaus wurde in der westlichen Längsachse angebaut. Die Tuffsteine und das Holz kamen aus der Engelschwand, welche dem Kloster St. Gallen gehörte. Leonhard Rosenlächer in Konstanz lieferte drei Glocken.
Josef Helg gliederte seiner Kirche ein Klösterchen an. Seit dem 31. Juli 1754 pflegten fünf Jungfrauen der ?Salesianischen Herz-Jesu-Gesellschaft? die ewige Anbetung des Heiligsten Altarsakramentes. In Libingen fand die klösterliche Gemeinschaft grossen Zuspruch, aber die baulichen Verhältnisse waren unerfreulich. Die Klostergebäude an der Nordflanke der Kirche waren schnell und schlecht gebaut worden und standen auf feuchtem Grund.
Seit 1767 befasste man sich mit dem Gedanken, das Klösterlein an einen gesünderen Ort zu verlegen. Die Wahl fiel auf das Schloss Glattburg bei Oberbüren. Am 17. November 1781 zogen die neunzehn Schwestern nach Glattburg, das nun den Namen St. Gallenberg erhielt. Der Auszug der Nonnen war ein Trauertag für Libingen.
Um 1782 wurde das ehemalige Klösterlein samt Pfarrhaus abgerissen. Einige Jahre später kam westlich der Kirche das neue Pfarrhaus zu stehen. 1820 wurde eine Reparatur von Kirche und Pfarrhaus vorgenommen. Der heutige Hochaltar stammt aus dem Jahre 1838. Weitere bauliche Massnahmen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts nötig.
1912 wurden zwei neue Glocken und ein neuer Glockenstuhl angeschafft; zwei Jahre später eine Turmuhr. 1925 und 1965 fanden zwei komplette Innenrenovationen der Kirche statt. 1932 wurde eine neue Orgel eingebaut. Die Aussenrestaurierung wurde 1990/1991 vollzogen.
Die 1925 von Augustin Meinrad Bächtiger neu geschaffenen Deckenbilder in Keim?scher Mineralfarbe sind beachtliche Frühwerke des gebürtigen Mosnanger Künstlers. Das zentrale Bild zeigt den Hl. Gallus in der Einöde des Steinachtals bzw. seinen Fall in die Dornen an jener Stelle, wo später das Kloster St. Gallen entstehen wird.
Beachtung verdient das barocke Fresko unter der Empore mit der Darstellung der Tempelreinigung. Die Malweise ist sehr volkstümlich, ja derb und stammt wohl um 1782.
Das grosse Altarblatt der Beweinung Christi ist ein qualitätsvolles Nachtstück des späteren 18. Jahrhunderts in violettoniger Farbigkeit wohl nach einem italienischen oder spanischen Vorbild. Die 14 auf Holz gemalten Kreuzwegstationen in originalen Holzrahmen sind wohl 1775 entstanden, als die Kreuzwegandacht eingeführt wurde. An der nördlichen Chorwand sind 15 laubbekrönte Medaillons der Rosenkranzgeheimnisse aufgereiht. Es handelt sich um gemalte Prozessionstafeln aus Blech, die anlässlich der Gründung der Rosenkranzbruderschaft 1752 anzusetzen sind.
Die Pfarreien Mosnang und Libingen rückten sich wieder näher, als 1989 der Mosnanger Pfarrer, Oskar Keller, die St.Galluspfarrei in Libingen betreute. 1998 gründeten die drei Kirchgemeinden einen gemeinsamen Seelsorgeverband. Heute zählt die Kirchgemeinde Libingen total 354 Einwohner; davon sind 304 Katholiken.
|
| |
|
|
 |
|
 | | |
Kirche > Röm.-Kath. > Kirchgemeinde Libingen > Geschichte
|